Veröffentlicht im landesrundschreiben – Das Magazin der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen (ab Seite 34) 

Der Suchmaschinen-Checkup: Wie findet Google Ihre Praxis-Homepage?

Wer einen Arzt sucht, geht erst mal ins Internet und googelt. Die Präsenz in Suchmaschinen, der Look und der Technik-Stand von Praxis-Homepages sind deshalb heute entscheidend für die Wahrnehmung von Arztpraxen. Agenturchefin Friederike Wiegand gibt Tipps für die Suchmaschinen-Optimierung.

Als Anbieter medizinischer Dienstleistungen sind Praxisinhaber heute nicht mehr „nur“ Ärzte, sondern auch Unternehmer. Sie stehen regional und teilweise sogar überregional im Wettbewerb zu Kollegen, die ein ähnliches Leistungsportfolio anbieten. Zudem verlassen sich Patienten nicht mehr nur auf die Arztempfehlung ihrer Mitmenschen oder das Praxisschild an der Hauswand, sondern überprüfen den Tipp bei Google und schauen sich dort den Arzt und die Praxis genau an. Auch ohne Empfehlung ist die Online-Suche das Mittel der Wahl. Hierbei ergibt sich folgende Herausforderung: Das Internet macht alles vergleichbar, sodass Ärzte einer noch größeren Konkurrenz als ohnehin schon ausgesetzt sind. Patienten sind permanent online und bestens informiert. Sie entscheiden sich für den Arzt, der ihre Bedürfnisse subjektiv am besten erfüllt – und zwar auf der Basis der online gefundenen Informationen.

Aus diesem Grund finden Sie im Folgenden eine Checkliste für Ihre aktuelle Praxis-Homepage. Beantworten Sie eine Frage mit „Ja“, können Sie zur nächsten übergehen. Beantworten Sie eine Frage mit „Nein“, lesen Sie in einem kurzen Abschnitt, wieso dieser Punkt so wichtig ist und warum Google ihn besonders honoriert.

 

1. Ist Ihre Praxis-Homepage inhaltlich, optisch und technisch auf dem neuesten Stand?

Die Inhalte, das Design und die Technik sind die grundlegenden Bausteine für eine erfolgreiche Praxis-Homepage. Bei den Inhalten kommt es in erster Linie darauf an, dass sie aktuell, gut gegliedert und strukturiert sind. Eine klare Struktur der Webseite bedeutet nicht nur eine klare Struktur für den Nutzer, sondern auch für Google. Webseitenbesucher müssen mit möglichst wenigen Klicks das finden, wonach sie suchen und Antworten auf ihre Fragen, Wünsche und Bedürfnisse auf Ihrer Webseite erhalten. Dabei sollten Sie nur patientengerechte medizinische Hintergrundinformationen auf Ihrer Homepage haben.

Relevanter Content ist für Ihr Suchmaschinenranking von essenzieller Bedeutung. Google findet Sie nur gut, wenn auch Ihre Webseitenbesucher Sie gut finden. Lassen Sie dabei das Design nicht außer Acht, denn der erste Eindruck ist entscheidend. Nutzen Sie es als optisches Aushängeschild und Spiegel Ihrer Praxis. Schriftarten, Farben, Bilder und die gesamte Gestaltung sollten hochwertig und ästhetisch wirken. Sie möchten Ihre Praxis mit Ihrer Webseite ja auch vermarkten. Dazu ist es notwendig, ein stimmiges Markenbild in allen denkbaren Bereichen zu schaffen. Neben Inhalten und Design ist die technisch einwandfreie Umsetzung von großer Bedeutung. Nicht nur Google honoriert gut gepflegte und aktuelle Webseiten, auch Ihre Patienten freuen sich über eine optimale Darstellung auf Smartphone, Laptop & Co, aber dazu gleich mehr.

 

2. Wird Ihre Praxis-Webseite auf mobilen Endgeräten richtig darstellt, also passen sich die Schriften und Bilder entsprechend der Bildschirmgröße dynamisch an?

Das sogenannte Responsive Webdesign ist heute Standard in der Webentwicklung. Eine Webseite muss auf allen Geräten mit unterschiedlichen Bildschirmauflösungen gut und einfach bedienbar sein und ein optimales Nutzererlebnis bieten. Sie können sich sicher denken, dass heutzutage mehr als die Hälfte der Google-Suchanfragen von mobilen Endgeräten aus erfolgen und somit auch viele Patienten sich Ihre Webseite auf dem Smartphone anschauen. Ist Ihre Praxis-Homepage mobil nicht gut lesbar, springen Webseitenbesucher schnell wieder ab. Denn wer digital nicht mit der Zeit geht, ist vielleicht auch sonst nicht darauf bedacht, sich weiterzuentwickeln. Potenzielle Patienten, aber auch potenzielle Mitarbeiter, nehmen Sie als attraktiver wahr, wenn Sie digital up-to-date sind. Ob Google Ihre Webseite als responsiv einschätzt, können Sie hier testen: https://search.google.com/test/mobile-friendly.

 

3. Ist Ihre Praxis-Homepage suchmaschinenoptimiert?

Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist ein sehr umfangreiches Thema und betrifft neben den oben genannten relevanten Inhalten auch die Seitenqualität, die Seitenstruktur, die URL-Struktur, die Hierarchie der Überschriften, die Beschriftung von Bildern, die internen und externen Links, den Server sowie die Metaangaben, um nur einige wichtige Faktoren zu nennen. Testen Sie Ihre Webseite doch einfach mal kostenlos unter www.seobility.net/de/seocheck. Dort erhalten Sie einen SEO-Score. Auch wenn Sie das Ergebnis nicht 1:1 mit Ihrer tatsächlichen Platzierung ins Verhältnis setzen können, so gibt es Ihnen einen Anhaltspunkt, wo Sie mit Ihrer Seite stehen. Sollte Sie das Ergebnis nicht zufrieden stellen, empfehlen wir Ihnen einen Spezialisten zurate zu ziehen. Denn nur mit der richtigen inhaltlichen und technischen SEO kann Ihre Praxis-Homepage von Ihren Wunschpatienten gefunden werden.

 

4. Benötigt Ihre Homepage weniger als 3 Sekunden zum Laden – mobil und am Desktop?

Niemand wartet gerne, schon gar nicht auf eine sich langsam aufbauende Webseite. Testen Sie mittels Google PageSpeed Insights (developers.google.com/speed/pagespeed/insights), wie schnell sich Ihre Praxis-Homepage aufbaut. Ist Ihre Ladezeit im grünen Bereich, sowohl mobil als auch am Desktop? Falls nicht, finden Sie auf der Seite Empfehlungen, um die Ladezeit zu verkürzen. Da es sich hier um einige sehr technische Dinge handelt, fragen Sie – sofern Sie nicht damit vertraut sind – einen Experten um Rat.

 

5. Hat Ihre Arzt-Website ein SSL-Zertifikat?

Dies ist seit einiger Zeit unumgänglich und ein wichtiger Rankingfaktor für Google. Die Einbindung eines SSL-Zertifikats ist nicht nur wichtig zur Erreichung des aktuellen Sicherheitsstandards, sondern auch um Ihre Webseite für Nutzer erreichbar zu machen. Manche Internetbrowser warnen vor der Öffnung von Webseiten ohne SSL-Zertifikat, also ohne das Kürzel „https“ in der Adressleiste. Sie kennen vielleicht das Schloss neben der Internetadresse, das anzeigt, dass die Webseite Ihre Daten sicher überträgt. Nicht verschlüsselte Webseiten straft Google ab.

Davon abgesehen sind Webseitenbetreiber seit der Einführung der DSGVO verpflichtet, ein solches Zertifikat einzubinden. An dieser Stelle möchten wir Ihnen auch dringend zu einem DSGVO-konformen Cookie-Hinweis raten, sollte dieser noch nicht auf Ihrer Homepage implementiert sein. Ein EuGH-Urteil hat kürzlich klargestellt, dass Cookies nur mit aktiver Bewilligung gesetzt werden dürfen und das „Stillschweigen, bereits angekreuzte Kästchen oder Untätigkeit“ keine Einwilligung darstellen. Ein Hinweis, dass die Webseite Cookies verwendet, reicht also nicht aus! Eine nicht rechtskonforme Cookie-Nutzung kann mitunter sehr teuer werden.

 

6. Hat Google Sie indexiert, bzw. ist Ihre Webseite auf Google zu finden?

Das lässt sich ganz einfach testen. Googlen Sie folgenden Ausdruck „site:domain.de“, wobei Sie domain.de durch Ihre Homepage-Adresse ersetzen. Dadurch sehen Sie, ob Google Ihre Webseite indexiert hat und Sie überhaupt bei Google gefunden werden können. Der Google-Index ist ein gigantisches Verzeichnis an indexierten Webseiten, das bei Google-Suchanfragen durchsucht wird. Finden Sie Ihre Webseite nicht, ist sie noch nicht indexiert. In dem Falle bitten Sie Ihre Agentur oder Ihren Webdesigner, Ihre Webseite in der Google Search Console einzutragen, Ihre Website abrufen zu lassen und an den Google-Index zu senden.

 

7. Verlinken andere Webseiten auf Ihre Praxis-Homepage?

Für Google sind besonders die Seiten von hoher Relevanz, die via Links auch von anderen guten und relevanten Webseiten erreichbar sind. D.h. Google schätzt Ihre Webseite als besonders wichtig ein, wenn sie sogar so wichtig ist, dass ein anderer Webseitenbetreiber auf Sie verweist. Das könnten z.B. Zuweiser-Kollegen sein.

 

8. Haben Sie „sprechende“ Links?

Bei sprechenden URLs geht es um Links, die keine kryptischen Zeichen enthalten. Denn diese Links enthalten wichtige Suchbegriffe, z.B. www.weisskonzept.com/webdesign-fuer-aerzte anstatt www.weisskonzept.com/?p=123. So erkennen die Suchmaschinen und natürlich auch der Nutzer gleich, was auf der entsprechenden Seite zu finden ist. Die URLs sind gut lesbar und thematisieren den Seiteninhalt. Die Adresse bzw. der Pfad sprechen für sich. Sie können die URLs ändern, doch Vorsicht! Wer die alte Adresse nutzt, gelangt dann auf eine Fehler-Seite, die 404 Page. Daher sollten Sie eine Umleitung auf die neue Seite einrichten, was nicht nur den Nutzer, sondern natürlich auch Google freut.

 

9. Sind die Webseiten Ihrer Wettbewerber besser?

Sie kennen Ihre Kollegen im Umkreis natürlich. Haben Sie sich schon einmal deren Webseite angeschaut? Machen Sie das von Zeit zu Zeit. Sie werden sehen, der ein oder andere folgt dem digitalen Trend und investiert in seinen Außenauftritt, gerade jetzt zu Corona-Zeiten. Da gibt es dann auf einmal eine neue Webseite, die Möglichkeit zur Online-Terminbuchung, die Einladung zur Videosprechstunde oder gleich alles auf einmal. Diese Faktoren erhöhen die Attraktivität der Praxis für Patienten und potenzielle Mitarbeiter und steigern gleichzeitig ihren Wert. Denken Sie dabei an jüngere Patienten, die Sie online erreichen können – denn ein jüngerer Patientenstamm macht Ihre Praxis wiederum attraktiver für Nachfolger.

 

Nutzen Sie das Potenzial Ihrer Praxis-Homepage und lassen Sie sich online von Ihren Wunschpatienten finden.

Fast jede Praxis hat heute eine Webpräsenz. Aber viele sind noch veraltet und schöpfen nicht das volle Potenzial aus. Machen Sie nicht diesen Fehler und nutzen Sie Ihre Homepage als zusätzlichen Kanal, der sogar 24/7 für Sie arbeitet. Eine moderne Praxis-Webseite mit aktuellen und relevanten Informationen schafft eine gute Grundlage für eine vertrauensvolle Patientenbeziehung. Bilden Sie Differenzierungsmerkmale aus und stellen Sie eigene Besonderheiten in den Fokus, um so die Patienten anzusprechen, die Sie mit Ihrem Behandlungsspektrum erreichen möchten. Helfen Sie Webseitenbesuchern bei der Entscheidungsfindung nach einer passenden Praxis und gewinnen Sie so Ihre Wunschpatienten.